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Was ist Interozeption?
Interozeption ist die Fähigkeit, innere Körpersignale wahrzunehmen, zu deuten und zu regulieren: Herzschlag, Atmung, Verdauungsempfindungen, Schmerz, Temperatur, Hunger, Müdigkeit. Sie ist der sechste Sinn, der uns von innen mit unserem Körper verbindet. Aktuelle Forschung zeigt, dass Interozeption eine zentrale Rolle bei der Emotionsregulation, der Entscheidungsfindung und dem allgemeinen Wohlbefinden spielt. Interozeptive Unterschiede werden häufig bei Autismus, ADHS, Alexithymie, Angststörungen und Trauma beobachtet.
Interozeption und Neurodivergenz
Viele neurodivergente Menschen (autistisch, ADHS, alexithym) berichten von interozeptiven Schwierigkeiten: Hunger oder Sättigung nicht zu spüren, Schwierigkeit zu erkennen, ob ein Schmerz stark oder leicht ist, Müdigkeit erst bei völliger Erschöpfung zu bemerken oder umgekehrt eine Überempfindlichkeit gegenüber inneren Empfindungen. Diese Unterschiede wirken sich auf die Emotionsregulation (da Emotionen teils körperliche Wahrnehmungen sind) und auf Gesundheitsverhalten (Essen, Schlaf, Schmerzbewältigung) aus.
Über die MAIA
Dieser Test verwendet die Multidimensional Assessment of Interoceptive Awareness (MAIA), entwickelt von Mehling et al. (2012) an der University of California San Francisco. Die MAIA bewertet 8 Dimensionen der Interozeption: Wahrnehmung von Körperempfindungen, Aufmerksamkeitsregulation, emotionales Bewusstsein, Selbstregulation, auf den Körper hören, vertrauensvolles Verhältnis zum Körper, non-distracting und non-worrying. Sie ist das Referenzinstrument in der Forschung zur Körperwahrnehmung.