Was ist MTHFR?
MTHFR steht für Methylentetrahydrofolatreduktase - ein Enzym, das Folat (Vitamin B9) in seine aktive Form umwandelt, die für die Methylierung benötigt wird. Die Methylierung ist an DNA-Reparatur, Neurotransmittersynthese (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin) und dem Homocystein-Stoffwechsel beteiligt.
Die zwei wichtigsten Varianten: C677T (rs1801133) - reduziert die Enzymaktivität um 30-70% - und A1298C (rs1801131) - Reduktion um 30-40%.
Der MTHFR-ADHS-Zusammenhang
Eine Metaanalyse von 2012 in Molecular Psychiatry fand eine bescheidene, aber signifikante Assoziation zwischen dem C677T TT-Genotyp und dem ADHS-Risiko. Der Mechanismus: beeinträchtigte Methylierung ? reduzierte Dopaminsynthese ? ADHS-ähnliche Symptome.
MTHFR-Varianten sind nicht diagnostisch für ADHS. ADHS ist hochgradig polygen. Aktuelle Leitlinien empfehlen kein MTHFR-Screening bei der ADHS-Diagnostik.
Andere wichtige Gene: DRD4, COMT, DAT1
Das 7-Repeat-Allel von DRD4 beeinflusst dopaminerge Rezeptoren im präfrontalen Kortex. COMT Val158Met (rs4680) bestimmt die Dopaminabbaurate - der Val/Val-Genotyp baut Dopamin schneller ab und schwächt das Arbeitsgedächtnis. DAT1 reguliert die Dopaminwiederaufnahme - dasselbe Ziel wie Methylphenidat (Ritalin).
Was Ihre DNA-Daten verraten können
- Ihren MTHFR-Status (rs1801133, rs1801131)
- Ihre COMT Val158Met-Variante (rs4680)
- Genetische Daten ergänzen das klinische Screening - sie ersetzen es nicht